Montag, 16. Januar 2017

Retrieval-Based Learning

Retrieval-Based Learning
Jeffrey D. Karpicke (2012)


Abstract

Retrieval is the key process for understanding learning and for promoting learning, yet retrieval is not often granted the central role it deserves. Learning is typically identified with the encoding or construction of knowledge, and retrieval is considered merely the assessment of learning that occurred in a prior experience. The retrieval-based learning perspective outlined here is grounded in the fact that all expressions of knowledge involve retrieval and depend on the retrieval cues available in a given context. Further, every time a person retrieves knowledge, that knowledge is changed, because retrieving knowledge improves one’s ability to retrieve it again in the future. Practicing retrieval does not merely produce rote, transient learning; it produces meaningful, long-term learning. Yet retrieval practice is a tool many students lack metacognitive awareness of and do not use as often as they should. Active retrieval is an effective but undervalued strategy for promoting meaningful learning.

[See also: Book Chapter: Retrieval-Based Learning (2014)]

Memorieren am Schluss jeder freien Lernphase:

"Auf der Grundlage der Exzerpte und Auszüge kann und sollte der Lernende nach jeder Lernphase - also immer vor einer Pause - überprüfen, ob er die neu gelernten Begriffe und Zusammenhänge nennen und aktiv reproduzieren kann. Eins ist ebenso einleuchtend wie sicher: Was man bereits unmittelbar nach dem Lernen vergessen hat, ist später nicht verfügbar."

Autonomes Lernen
Klaus Weltner

Hospitalizations for eating disorders:





























A lifetime of drinking:































[Source; Annie Britton et al - Figure 3 (2015)via Steve Stewart Williams]

Freitag, 6. Januar 2017

Gefühle und Verhaltensflexibilität:

"Wenn man fragt, warum irgendein organismisches Merkmal entstanden ist, muss man fragen: Was hat es den Besitzern genützt? Worin bestand der Überlebens- und Fortpflanzungsvorteil, den es ihnen verschafft hat? Denn nur, wenn es Vorteile verschaffte, konnte es sich durchsetzen und erhalten.
Im Vorteil ist zum Beispiel jenes Tier, das Gefahren besser meidet. Die Natur kann das Problem lösen, indem ihm evolutionär einprogrammiert wird, welche Reize es mit welchen Reaktionen beantworten muss. Ein so konstruiertes Tier hat etwas Automatenhaftes: Auf bestimmte Reize hin vollzieht es starre Handlungsfolgen. Überlegen ist ihm ein Tier, dass flexibler und dennoch zweckmäßig reagieren kann, weniger automatenhaft. Gefühlserlebnisse sind genau das: ein evolutionärer Schritt zur größeren Flexibilität des Verhaltens. Indem das Tier Gefahren nicht automatisch mit starren Handlungsmustern beantwortet, sondern sie fühlt, sie als Gefühl erlebt, als Furcht empfindet, fasst es eine große Zahl gefahrvoller Situationen zusammen: Es bildet sich eine Art emotionaler Begriff, lange vor jedem gedanklichen oder gar sprachlichen Begriff. >Angst<, die verspürte Angst, ist der emotionale Begriff für Gefahr; >Scham< ist der emotionale Begriff für den Verstoß gegen die bejahten Erwartungen des Mitmenschen, die verinnerlichten Normen; >Dankbarkeit< ist der emotionale Begriff für ein Verpflichtetsein. Um sich der Gefahr zu entziehen, kann das Tier, das >Angst< aufbringt, alle seine Mittel einsetzen und der jeweiligen Situation so gut es geht anpassen. Gefühle gestatten eine verstärkte Improvisation von Verhalten.
Der Vorteil der Gefühle und somit der Grund für ihre Entstehung - mit einem Wort: ihr Sinn - bestand also darin, dass sie die starre Verknüpfung von Reiz und Reaktion zu lockern erlaubten: Gefühle sind vorgedankliche Beurteilungen von Situationen (und Gedanken wie Sprache sind später vorwiegend damit beschäftigt, das Urteil der Gefühle zu wiederholen). Enthalten in diesem Urteil sind die gesamten Lebenserfahrungen der Vorfahren. Das Gefühlsurteil überlässt es dem Lebewesen, die Situation seinen Möglichkeiten entsprechend zu bewältigen. Gefühle sind erlebte, auf eine höhere, beweglichere, flexiblere Stufe gerückte Instinkte."

Die Vernunft der Gefühle
Dieter E. Zimmer (1984)